Zuletzt aktualisiert am 16. Mai 2022

Epilepsieanzeige- und Epilepsiewarnhunde

Bei der Behandlung von Epilepsie spielen Tiere eine wichtige Rolle. Speziell ausgebildete Epilepsie-Assistenzhunde werden bei Patienten mit schweren Anfallsformen eingesetzt.

Je nach Ausbildung übernehmen sie folgende Aufgaben:

  • einen drohenden Anfall erkennen 
  • den Betroffenen warnen
  • ihn vor Verletzungen schützen
  • eine Alarmklingel betätigen
  • das Umfeld auf den Epilepsiekranken aufmerksam machen 

Unterschieden wird zwischen Epilepsieanzeige- und Epilepsiewarnhunden.

Epilepsiewarnhunde bemerken einen epileptischen Anfall bei ihrem Besitzer bereits einige Zeit bevor sich dieser symptomatisch bemerkbar macht und können den Betroffenen darauf aufmerksam machen, so dass dieser Vorkehrungen treffen kann.

Epilepsieanzeigehunde reagieren auf einen bereits stattfindenden Anfall und bringen dem Erkrankten z. B. die Notfallmedikation oder ein Handy, damit dieser Hilfe verständigen kann.
 

Hunde können den Epilepsie Erkrankten vor einem Krampfanfall warnen
Hunde können den Epilepsie Erkrankten vor einem Krampfanfall warnen


Für diese Aufgabe kommen ausschließlich Hunde mit speziellen Charaktereigenschaften infrage, die als Behindertenbegleithunde bzw. Epilepsie-Assistenzhunde ausgebildet werden. In der Praxis werden häufig Labradore oder Golden Retriever eingesetzt. Diese Hunderassen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Sozialverträglichkeit gegenüber Menschen, Artgenossen und anderen Tieren aus. Die Ausbildung zum Epilepsiewarnhund dauert in der Regel 18 - 24 Monate.
 


Anders als bei blinden Menschen werden die Kosten für Ausbildung, Anschaffung des Hundes und Begleitung durch eine Hundeschule, die bei bis zu 25.000 Euro liegen können, im Normalfall nicht von den Kostenträgern übernommen. Betroffene, die die erforderliche Summe nicht selbst aufbringen können, können die Kostenübernahme z. B. über eine Stiftung beantragen. Es gibt seltene Fälle, in denen die Kosten von einer Krankenkasse bezuschusst wurden, daher lohnt es sich in jedem Fall bei der eigenen Krankenversicherung nachzufragen.

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