Zuletzt aktualisiert am 20. Dezember 2021

Beschäftigung im Übergangsbereich

(§ 20 SGB IV)

Beschäftigungsverhältnisse mit einem monatlichen Arbeitseinkommen zwischen 450,01 € und 1.300 € werden als Beschäftigungen im Übergangsbereich (früher: Gleitzone) oder Midijobs bezeichnet. Im Unterschied zu geringfügigen Beschäftigungen (Minijob) sind Midijobs sozialversicherungspflichtig. Abhängig von der Höhe des monatlichen Einkommens steigen die Beiträge abgestuft an. Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen ist für Steuer und Sozialversicherungsbeiträge das Gesamteinkommen maßgeblich.

Einkommensgrenze

Das regelmäßige monatliche Einkommen bei Beschäftigungen in der Gleitzone darf 1.300 € nicht überschreiten. Zur Berechnung des Einkommens werden alle laufenden und einmaligen Einnahmen (z. B. Weihnachtsgeld) eines Jahres addiert und durch 12 geteilt.

Eine Anwendung der Gleitzonen-Richtlinien ist nicht möglich, wenn:  

  • ein Ausbildungsverhältnis vorliegt
  • ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolviert wird
  • ein Engagement beim Bundesfreiwilligendienst besteht

Mehrere Beschäftigungen

Die Regelungen der Gleitzone können Arbeitnehmer nur beanspruchen, wenn das Gesamtbruttoeinkommen aus allen Beschäftigungen innerhalb der Einkommensgrenze liegt.

Sozialversicherungsabgaben  

Als Anreiz zur Annahme von Tätigkeiten im sogenannten Niedriglohnbereich, zahlen Arbeitnehmer bis zum Erreichen der Lohnobergrenze von 1.300 € reduzierte Sozialabgaben.
Der Arbeitgeber zahlt den vollen Beitragssatz.

Die Höhe der Beiträge in die Arbeitslosen-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung werden individuell berechnet.

Ab dem 1.1.2021 ändert sich die Berechnung der Beiträge im Übergangsbereich. Weitere Informationen sind nachzulesen unter: https://www.haufe.de/personal/entgelt/beitraege-fuer-midijobber-richtig-berechnen_78_432376.html

Einen Beitragsrechner zur Ermittlung der Sozialversicherungsbeiträge finden Interessierte hier: https://www.smart-rechner.de/midijob/rechner.php

Arbeitsrechtliche Leistungsansprüche

Beschäftigte in der Gleitzone haben die gleichen Arbeitsrechte wie Vollzeitbeschäftige. Sie haben Anspruch auf:

Anlaufstellen und weitere Informationsquellen

Ein Ratgeber zum Thema "Geringfügige Beschäftigung und Beschäftigung im Übergangsbereich" kann beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales kostenfrei bestellt oder auf der Internetseite heruntergeladen werden:

https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/a630-geringfuegige-beschaeftigung-und-beschaeftigung-im-uebergangsbereich.html

Das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr erreichbar und beantwortet Fragen zu Teilzeit und Minijobs (Tel. 030 221 911 005) sowie zum Mindestlohn (Tel. 030 60 28 00 28).

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