Zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2022

Therapieoptionen bei Multipler Sklerose

Eine frühzeitige Therapie kann den MS-Verlauf verlangsamen, Schübe verhindern oder zumindest hinauszögern und Symptome deutlich lindern. Die angewendete Therapie sollte sicher, effektiv und möglichst nebenwirkungsarm sein. Voraussetzung dafür ist eine umfassende Aufklärung durch den Arzt, inklusive einer Risiko-Nutzen-Abwägung jeder therapeutischen Maßnahme.

Schubtherapie (Kortison-Stoß-Therapie)

Bei akuten Schüben erhalten Patienten in der Regel kurzzeitig hochdosierte Kortisonpräparate (z. B. Methylprednisolon) in Form einer Infusion oder als Tablette, um die Entzündungsprozesse zu stoppen. Diese Behandlung kann ambulant oder stationär erfolgen.

Die Kortison-Stoßtherapie wird meist für etwa drei Tage durchgeführt und kann bei Bedarf nach einer kurzen Pause von drei bis fünf Tagen wiederholt werden. Derartige Kurzzeitbehandlungen sind meist gut verträglich. Nebenwirkungen der Kortison-Therapie können z. B. Magenverstimmung, Schlafstörungen, Gesichtsrötungen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen sein.

Wirkt die Schubtherapie nicht, wird bei manchen Betroffenen stationär eine Blutwäsche (Plasmapherese) durchgeführt. Das Blut wird dabei von den Bestandteilen, die das Myelin schädigen, befreit. Die Plasmapherese ist in der Regel gut verträglich, hilft aber nur einer bestimmten Gruppe von Patienten und ist nicht als Dauertherapie geeignet.

Verlaufsmodifizierende Therapie

Mit einer Immuntherapie wird der Verlauf der MS langfristig verlangsamt und weiteren Schüben können vorgebeugt werden. Entzündungen sollen so möglichst gar nicht entstehen.

Je nach Verlaufsform, Krankheitsaktivität und individuellen Faktoren wie Alter oder Begleiterkrankungen kommen 2 Hauptarten von Immuntherapeutika zum Einsatz. Mit Immunmodulatoren wird das Immunsystem verändert. Bei der Immunsuppression wird die Funktion bestimmter Teile des Immunsystems weitgehend unterdrückt.1

Symptomatische Therapie

Die individuellen MS-Beschwerden werden zusätzlich zu den Heilbehandlungen bei Bedarf auch medikamentös behandelt. Es werden z. B. Präparate zur Behandlung von Gang- und Mobilitätsstörungen, Blasenfunktionsstörungen, Schmerzen, Anfallsartigen (paroxysmalen) Symptomen wie Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz), Erektionsstörungen, Depressionen und Spastiken verordnet.

Medikamentöse Therapie

Unterschiedliche Wirkstoffe können in der MS-Therapie eingesetzt werden:

Häufige Symptome Verwendete Wirkstoffe
Depressionen Antidepressiva
Spastiken Baclofen, Tizanidin
Gang- und Mobilitätsstörungen Fampridin
Blasenfunktionsstörungen Anticholinergika (überaktive Blase), Alphablocker und Antispastika (Blasenentleerungsstörungen), Desmopressin (Verringerung der Urinmenge)
Schmerzen Analgetika (Schmerzmittel)
Anfallsartige (paroxysmalen) Symptome wie Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz) Antieplileptika
Erektionsstörungen

PDE-5-Hemmer

 

Wichtig

Medizinisches Cannabis lindert bei manchen MS-Betroffenen Symptome wie Schmerzen oder Spastiken.

Mediziner können es in der symptomatischen MS-Therapie als Arzneimittel verordnen. Bei der Verordnung muss die Aussicht auf eine spürbar positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome bestehen. 

 

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei einer MS-Erkrankung die Kosten für die ärztliche Versorgung, für die Ausstattung mit Arznei- und Hilfsmitteln, für Heilmittel- und Psychotherapien sowie für ambulante und stationäre Rehabilitationsleistungen.

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind technische und therapeutische Medizinprodukte, welche die Krankenbehandlung unterstützen. Für Menschen mit Multipler Sklerose relevante erstattungsfähige Hilfsmittel sind z. B. Armunterstützungssysteme, Greifhilfen und Elektrorollstühle.

Der Anspruch auf die Versorgung mit Hilfsmitteln umfasst auch notwendige Änderungen und Reparaturen, vor allem dann, wenn die Reparatur wirtschaftlicher als eine Ersatzbeschaffung ist. Auch die Kosten der Ausbildung für den Gebrauch des Hilfsmittels (z. B. das Erlernen der Anwendung eines E-Rollstuhls), für den Betrieb und die mit dem Hilfsmittel verbundenen technischen Kontrollen werden von der Krankenkasse übernommen.

Hinweis: Eine Kostenübernahme für Hilfsmittel durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel nur möglich, wenn diese im Hilfsmittelverzeichnis gelistet ist. Der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen GKV hat ein online abrufbares Hilfsmittelverzeichnis erstellt, das fortlaufend aktualisiert wird: https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home

Zuzahlung von Hilfsmitteln

Für bestimmte Hilfsmittel gibt es Festbeträge, die von den Krankenkassen erstattet werden. Darüber hinaus gehende Kosten muss der Patient selbst begleichen. Weiterführende Informationen zum Thema gibt es im Artikel Zuzahlungen.

Heilmitteltherapie

Heilmaßnahmen sind fester Bestandteil in der Behandlung von MS-Patienten. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt je nach Einzelfall Heilmitteltherapien wie Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie, die Anbieter mit einer fachspezifischen Ausbildung durchführen.

Heilmittelrichtlinie

Die Heilmittelrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) regeln für gesetzlich Krankenversicherte die Versorgung mit Heilmitteln. Ein wichtiger Bestandteil der Richtlinien ist der Heilmittelkatalog. Dieser gibt Aufschluss darüber, welche Heilmittel in welcher Menge für Patienten mit MS verordnet werden können.

Hinweis: Diesen Heilmittelkatalog können Sie unter www.g-ba.de/richtlinien/12/ abrufen.

Verordnung einer langfristigen Heilmittelbehandlung

Eine Multiple Sklerose-Erkrankung führt zu einer dauerhaften funktionalen Schädigung. Daher wird sie in der Diagnoseliste mit langfristigem Heilmittelbedarf aufgeführt. Das bedeutet, dass Patienten keinen Antrag auf Genehmigung bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse stellen müssen. Der behandelnde Arzt verordnet die entsprechende Therapie und der Patient muss innerhalb von 28 Tagen nach Verordnung die Behandlung beginnen.

Kostenübernahme

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nach ärztlicher Verordnung in der Regel die Kosten für eine Heilmitteltherapie. Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen 10 % der Kosten des Heilmittels zuzüglich 10 € je Verordnung zuzahlen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie bei der Krankenkasse auch eine Zuzahlungsbefreiung beantragen.

Hinweis: Ob die Voraussetzungen einer Zuzahlungsbefreiung vorliegen, können Sie im Artikel Zuzahlungsbefreiung nachlesen.

Physiotherapie

Störungen der Bewegungskoordination, Versteifung, Krämpfe oder Lähmungen der Muskeln (Spastiken), Zittern (Tremor) sowie Störungen der Darm- und Blasenfunktion, aber auch Fatigue sowie Wahrnehmungs- und Sensibilitätsstörungen können durch Physiotherapie verbessert werden.

Physiotherapie hilft den Körper und Fehlbelastungen bewusster wahrzunehmen, Muskeln zu stärken und zu lockern, Schmerzen zu lindern, Koordination und Gleichgewicht zu schulen sowie Funktionsstörungen (z. B. durch Beckenbodentraining) zu beheben. Ziel ist es, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.

Dabei kommen Techniken zum Einsatz wie das Bobath-Konzept, propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF), manuelle Therapien wie die craniosacrale Therapie, neuromuskuläre arthroossäre Plastizität (NAP), neuromuskuläre Aktivierung (Neurac) oder reflektorische Atemtherapie. Der MS-Patient erhält vom Physiotherapeuten Trainingsübungen für seinen Alltag, die er auch z. B. während der Arbeit ausführen kann. Physiotherapeuten sollten auf das Krankheitsbild MS spezialisiert sein. Um dies zu sichern, sollten Mediziner auf dem Rezept den Zusatz „ZN2“ anführen.

Physiotherapie
Physiotherapie bei MS

Ergotherapie

Bei der Ergotherapie werden v. a. Bewegungsabläufe trainiert, die für die Alltagsbewältigung und Selbstversorgung sowie die Ausführung konkreter Tätigkeiten wichtig sind. Neben den körperlichen werden dabei auch kognitive und soziale Kompetenzen verbessert. Der Ansatz der Therapie ist also ganzheitlich. Auch die Schulung im Umgang mit Hilfsmitteln bei Einschränkungen durch die MS ist eine ergotherapeutische Aufgabe.

Zu Beginn vereinbaren MS-Patient und Behandler individuelle Therapieziele. Ein übergeordnetes Ziel ist es immer, möglichst selbstbestimmt und erfüllt zu leben. Ergotherapeutische Behandlungen können während eines Krankenhausaufenthalts oder einer Maßnahme der Rehabilitation erfolgen. Zudem gibt es ambulante Praxen für Ergotherapie. Wenn der Patient nicht in der Lage ist, eine Praxis aufzusuchen, sind Hausbesuche möglich.

Voraussetzungen

Die Ergotherapie kann der behandelnde Arzt als langfristigen Heilmittelbedarf nach § 32 Abs. 1a SGB V verordnen. Die Entscheidung darüber hängt vom medizinischen Erfordernis des Einzelfalls ab.

Behandlungsdauer

Eine Therapiemaßnahme dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. In welchem Abstand die Maßnahmen erfolgen, hängt von der individuellen Situation der Betroffenen ab.

Funktionstraining

Zahlreiche Studien zeigen, dass MS-Kranke sehr von körperlichem Training profitieren.2 Um ihre Motorik zu erhalten und zu verbessern, wurde ein bewegungstherapeutisches Funktionstraining speziell für Menschen mit MS entwickelt. Die kleinen Gruppen werden in der Regel von Physio- und Ergotherapeuten mit entsprechender Zusatzausbildung angeleitet. In der Pandemie haben sich auch virtuelle Trainings etabliert.

 

Logopädie

Stimm-, Sprech-, und Sprachtherapie

Patienten mit MS, die unter Sprechstörungen (Dysarthrie), wie verwaschene Sprache oder Schluckstörungen (Dysphagie), wie häufigem Verschlucken, leiden, werden durch Logopäden unterstützt.

Bei der Sprechtherapie werden z. B. die Koordination von Atmung und Stimmgebung, Sprechgeschwindigkeit und Lautstärke trainiert und somit das Sprechen verbessert. Ist die Kommunikationsfähigkeit stark eingeschränkt, wird auch der Umgang mit Hilfsmitteln wie einem Sprachcomputer geübt. Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie kann der behandelnde Arzt bei Patienten mit MS als langfristigen Heilmittelbedarf nach § 32 Abs. 1a SGB V bei entsprechender medizinischer Indikation verschreiben.

Eine Therapiemaßnahme dauert in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten. In welchen Abstand und wie lange die Maßnahmen erfolgen, hängt von der individuellen Situation der Betroffenen ab.

Schlucktherapie

Seit dem 1. Januar 2021 gilt die Schlucktherapie als eigenständiges Heilmittel. In der Schlucktherapie werden je nach Beschwerdebild Kräftigungs-, Lockerungs-, Wahrnehmungs- und Koordinationsübungen angeboten. Auch die optimale Kopf- und Körperhaltung beim Essen werden trainiert.

Die Schlucktherapie führt in der Regel ein darauf spezialisierter Logopäde durch. Die Behandlungsdauer liegt je nach Einzelfall zwischen 30 und 60 Minuten.

Psychotherapie

Gerade die unsichtbaren neurologischen Symptome der MS, wie Fatigue, Wesensveränderungen oder Konzentrationsprobleme, machen Betroffenen oft schwer zu schaffen. Dazu kommen Gefühle, die mit der Diagnose einhergehen: Angst, Hilflosigkeit oder Wut können zu einer Depression oder anderen psychischen Erkrankung führen. MS-Patienten haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich erhöhtes Risiko an einer Depression zu erkranken.3

Eine psychotherapeutische Begleitung ist daher in allen Phasen einer MS-Erkrankung entlastend. Techniken der Stressbewältigung und der Angstkonfrontation sowie Energiemanagement-Strategien wie sie etwa in der kognitiven Verhaltenstherapie vermittelt werden, sind für viele Patienten sehr hilfreich. Ein wichtiges Ziel ist es, dass die Kranken aus der gefühlten Ohnmacht in die Selbstwirksamkeit kommen.

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland finanzieren verschiedene psychotherapeutische Verfahren. Der erste Kontakt zu einem Psychotherapeuten findet in der sogenannten psychotherapeutischen Sprechstunde statt. Dazu ist keine Überweisung nötig. In dem Gespräch wird abgeklärt, ob eine Psychotherapie notwendig ist.

Ein vertrauensvolles Verhältnis zum Therapeuten und die passende Therapieform sind für den Behandlungserfolg zentral. Vor Beginn der eigentlichen Therapie werden daher mindestens zwei, höchstens vier Sitzungen à 50 Minuten durchgeführt.

Eine Psychotherapie muss bei der gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden. Die entsprechenden Formulare und alle weiteren Infos erhalten Betroffene von ihrem Psychotherapeuten.

Voraussetzungen für die Bewilligung einer Psychotherapie
  • es muss eine psychische Krankheit vorliegen
  • ein Behandlungserfolg ist zu erwarten, das heißt: Der Patient ist motiviert, hat die nötige Persönlichkeitsstruktur und ist in der Lage, sich auf die Therapie einzulassen
  • der Patient stellt gemeinsam mit dem Therapeuten einen Antrag auf Psychotherapie bei der Krankenkasse
  • der Therapeut muss eine Kassenzulassung haben
Behandlungsdauer

Eine Therapiestunde umfasst grundsätzlich 50 Minuten. Je nach gewählter Therapieform variiert die Länge der Therapie. In einer Kurzzeittherapie können bis zu 24 Stunden, in einer Langzeittherapie mit Schwerpunkt kognitiver Verhaltenstherapie können bis zu 60 Stunden, in besonderen Fällen sogar bis zu 80 Stunden verordnet werden.

Hinweis: Eine Umwandlung von Kurzzeit- auf Langzeittherapie ist möglich, diese muss aber spätestens zur 20. Sitzung der Kurzzeittherapie beantragt werden. Dabei werden die bereits geleisteten Therapiestunden auf die Langzeittherapie angerechnet.

Wichtig

Psychoedukation – also das wirkliche Verstehen und Akzeptieren des Krankheitsbildes, insbesondere der möglichen Effekte auf Geist und Seele – ist bei MS ein wichtiger Schritt in der Krankheitsbewältigung. Sie kann im Rahmen einer Psychotherapie, aber auch z. B. von Ergotherapeuten oder Ärzten durchgeführt werden. Auf Wunsch können Angehörige und andere nahe Menschen an der Psychoedukation teilnehmen.

Alternative Verfahren

Verschiedene alternative Methoden bessern bei manchen Patienten mit MS die Beschwerden. Da ihre Wirkung aber nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht ist, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung in der Regel nicht.

Insbesondere Akupunktur und Akupressur können Schmerzen und Muskelkrämpfe bei manchen MS-Patienten lindern.

Die craniosakrale Osteopathie kann bei Funktionsstörungen im Bereich des Schädels, der Wirbelsäule und des Kreuzbeins eine begleitende Unterstützung sein. Mit sanften, manuellen Techniken wirkt der Osteopath dabei auf Nerven und Faszien ein.

Entspannungsverfahren wie Atemtherapie, Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen spielen insbesondere in der Rehabilitation von MS-Betroffene eine große Rolle.

Hinweis: Kosten für zertifizierte Präventivkurse nach § 20 SGB V wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung können von der gesetzlichen Krankenkasse anteilig oder vollständig einmal im Jahr übernommen werden.

Medizinische Rehabilitation

Ziele einer Rehabilitationsmaßnahme können eine Verbesserung der Beeinträchtigung im alltäglichen Leben, die Vermeidung von drohender Beeinträchtigung oder die Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben sein. Patienten mit einer Multiplen Sklerose können eine medizinische Rehabilitation beantragen, die entweder ambulant oder stationär durchgeführt wird.

Kostenträger

Je nach Ziel der Rehamaßnahme ist ein anderer Kostenträger zuständig. Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren medizinische Reha-Leistungen, wenn diese erforderlich sind, um die Gesundheit der Patienten wiederherzustellen oder zu erhalten.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist zuständig für die medizinische und berufliche Reha sowie die Teilhabe ihrer Versicherten, wenn deren Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder bereits eingeschränkt ist. Dadurch soll die verminderte Erwerbsfähigkeit wesentlich verbessert, wiederhergestellt bzw. eine Verschlechterung verhindert werden.

Therapieoptionen

Eine medizinische Reha folgt einem multimodalen Behandlungskonzept, d. h. es werden gleichzeitig unterschiedliche Behandlungsmethoden innerhalb mehrerer Wochen durchgeführt. Ziel ist es, alle Beschwerden des Patienten ganzheitlich und nicht nur einzelne Symptome zu behandeln.

Zu den Therapieoptionen gehören u. a.:

  • Physiotherapie
  • Bewegungs- und Trainingstherapie
  • Ergotherapie
  • Psychotherapie
  • Logopädie, also Sprech-, Stimm- und Sprachtherapie
Dauer

Die Regeldauer einer ambulanten Reha-Maßnahme ist auf 20 Behandlungstage festgesetzt, die einer stationären auf längstens 3 Wochen. Die Dauer wird im Einzelfall durch den Kostenträger festgelegt. Unter Umständen wird ein längerer Zeitraum schon vor Beginn der Rehabilitation oder während ihres Verlaufs vereinbart. Eine weitere ambulante oder stationäre medizinische Rehabilitation kann erst nach Ablauf einer 4 Jahresfrist verordnet werden.

Hinweis: Da für die individuellen Leistungen mehrere Rehabilitationsträger in Frage kommen können, gilt es die genaue Zuständigkeit zu klären. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Medizinische Rehabilitation.


1 „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen und MOG-IgG-assoziierten Erkrankungen“, S2k-Leitlinie, 2021, S. 33 ff.

2 Sportliches Training bei Multiple Sklerose. Dissertation von Kersten S.H., Universität des Saarlandes 2015. Abgerufen unter: https://publikationen.sulb.uni-saarland.de/bitstream/20.500.11880/23451/1/Kersten_Dissertation_20_07_2015_online_version.pdf

3 Depression bei MS. DMSG. Abgerufen unter: www.dmsg.de/multiple-sklerose/ms-behandeln/therapiesaeulen/symptomatische-therapie

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